Abschiedsbrief von Herrn Latzel

Der Schulleiter sagt Auf Wiedersehen
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Datum:
2. Juli 2021

Liebe Schülerinnen, liebe Eltern,

ein weiteres aufregendes Schuljahr geht zu Ende. Ich bin absolut beeindruckt von der gesamten Schulgemeinschaft, mit der wir es geschafft haben, in Rücksicht um- und füreinander, diese sich immer wieder neu herausfordernde Situation zu bewältigen.

So wurde der Wechsel von Präsenzunterricht in den Distanzunterricht, dann in den teilweisen Distanzunterricht mit Präsenz für die Abschlussklassen, anschließend der Wechselunterricht mit allen Klassen mit Ausnahme der Abschlussklassen und abschließend wieder der komplette Präsenzunterricht von allen Beteiligten am Ende eher amüsiert umgesetzt, als dass man sich lange Gedanken darüber machte, nach welchen Kriterien hier Entscheidungen im Ministerium getroffen wurden.

Neben den sich immer wieder ändernden Bestimmungen zum Infektionsschutz kam vor den Osterferien auch noch die Verpflichtung zu den Selbsttests dazu. Mit Hilfe der Eltern ist es uns gelungen, hier Ängste zu nehmen und das Testszenario in den letzten Wochen zu einer routinierten und von allen akzeptierten Selbstverständlichkeit werden zu lassen. An dieser Stelle gilt mein besonderer Dank Frau Eiffert, die der ganzen Schulgemeinschaft einen unsagbar großen Dienst erwiesen hat, indem sie für die kontinuierliche Bereitstellung der Tests gesorgt hat. Das Kollegium konnte sich immer darauf verlassen, dass die entsprechenden Boxen gepackt und pünktlich zur Verfügung standen und so ein reibungsloser Ablauf möglich wurde.

Leider endet auch für mich mit diesem Schuljahr mein Engagement am Gymnasium Marienberg. Die vergangenen zwei Jahre waren für mich eine enorm intensive Zeit. Ich hatte mich darauf eingestellt, mich an einer neuen Schule zu etablieren und meinen Anteil dazu zu leisten, das Gymnasium Marienberg für die Zukunft neu aufzustellen. Dass noch in der Phase des Kennenlernens ein Virus dafür Sorge tragen würde, dass ich zusätzlich die ganze Schule über 15 Monate durch eine Pandemie führen würde, damit hatte ich nicht gerechnet.

Ich habe die Zeit in der Schulgemeinschaft am Gymnasium Marienberg in der Arbeit mit den Schülerinnen, den Eltern und dem Kollegium immer als vertrauensvoll, wertschätzend, helfend, konstruktiv kritisch und auf Augenhöhe erlebt. Diese Erfahrungen haben mir in dieser Zeit Kraft und Mut gegeben, sowohl die auch noch so kurzfristigen Entscheidungen aus Düsseldorf und Köln zeitnah und im Sinne und zum Schutz der Schülerinnen umzusetzen, als auch die alltäglichen Herausforderungen des normalen Schulalltages zu bewältigen. Diese Zeit war geprägt von einer hohen Arbeitsintensität und einer fast durchgängig notwendigen Präsenz meinerseits an der Schule.

Zum Ende dieses Schuljahres hat mir meine Familie signalisiert und gespiegelt, dass sich dieser Einsatz auf unser Familienleben ausgewirkt hat. Im Hinblick auf die kommenden Aufgaben der Schule, gerade vor dem Hintergrund der Weiterentwicklung des Profils des Gymnasiums als modernes, katholisches Mädchengymnasium, des Umbaus und meinen eigenen Ansprüchen, habe ich schweren Herzens eine Entscheidung getroffen und um die Entbindung meiner Aufgaben als Schulleiter zum 31.7.2021 gebeten.

Ich möchte mich bedanken bei den Schülerinnen, die ich unterrichtet habe oder denen ich im Schulalltag zu den verschiedensten Anlässen begegnet bin. Ich habe immer eine besondere Herzlichkeit und Freundlichkeit in diesen Begegnungen erfahren. Mein Dank gilt auch den Eltern, die mir und uns in vielen Situationen Hilfe und Unterstützung gewesen sind. Hier möchte ich vor allem Frau Groß und Herrn Gieselmann als Elternpflegschaftsvorsitzende danken, die zu jeder Tages- und Nachtzeit ansprechbar waren, um tatkräftig zu unterstützen und Informationen der Schulleitung in der Elternschaft zu kommunizieren.

Auch richte ich meinen Dank an mein Kollegium, welches mir bei meiner Arbeit zur Seite stand und ebenfalls zu jeder Zeit spontan und einfallsreich auf die sich immer wieder neu darstellende Gemengelage reagierte. Die Erfahrungen aus dem ersten Lockdown haben wir verwendet um den Distanzunterricht zu verbessern und neu aufzustellen. Neben dem organisatorischen Einsatz war es dem Kollegium immer wichtig, in dieser emotional herausfordernden Zeit für die Schülerinnen ansprechbar zu sein. Am Ende wurden wieder erste kleine Veranstaltungen möglich, die unser Schulleben bereichern.

Wir haben zwei Abiturjahrgänge durch die Pandemie geführt und die Ergebnisse zeigen, dass uns dies sehr erfolgreich gelungen ist. Hier möchte ich mich, stellvertretend für das ganze Kollegium, bei Frau Tophofen bedanken, die mit einer unglaublichen Ruhe, einem nie zu erschütternden Optimismus und in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Stufenleitungen der Fels in diesen „unselbstverständlichen“ Zeiten für die Schülerinnen, aber auch für mich gewesen ist.

Eine unfassbar intensive, anstrengende und sehr schöne Zeit geht für mich zu Ende, für die ich sehr dankbar bin. Wohin mich mein Weg führt, ist im Moment noch unklar. Ich bin mir aber sicher, dass der Schulträger mich hier begleiten und unterstützen wird.

 

Ich wünsche der Schulgemeinschaft für die Zukunft von ganzem Herzen alles erdenklich Gute und Gottes Segen.

 

Mit besten Grüßen

Tilman Latzel OStD i.K.
Schulleiter Gymnasium Marienberg