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Eine Woche in französischen Familien – der Austausch mit La Madeleine

Lille 3
Datum:
16. Apr. 2026

Vom 18. bis zum 23. März sind wir, 19 Schülerinnen der Klassen 8-10 des Gymnasiums Marienberg, begleitet von Frau Ahlfs und Frau Déniel, im Rahmen eines Schüleraustauschs nach La Madeleine gefahren. Wir hatten die Chance, den Alltag eines französischen Schülers bzw. einer Schülerin zu begleiten und dabei neue Leute, aber auch familiäre Gewohnheiten und den Unterricht in einem collège kennenzulernen.

Los ging es am Mittwochmorgen mit etwas Verspätung, da es mit unserem ursprünglichen Bus Komplikationen gab. Die Fahrt dauerte etwa vier Stunden und verlief reibungslos. Angekommen im Zentrum von La Madeleine, wurden wir alle von unseren Austauschpartner/-innen

in Empfang genommen und herzlich bei ihnen zu Hause begrüßt. Einige kamen da schon in den Genuss eines umfangreichen französischen Abendessens – ouff….

Nach diesem entspannten ersten Abend mit der Familie oder auch anderen Austauschpartnern ging es am Donnerstagmorgen für die Deutschen und die Franzosen in die Innenstadt von Lille. Dort haben wir die Stadt näher kennengelernt und auch Sehenswürdigkeiten wie die Oper, die alte Börse oder die Kathedrale angeschaut. Anschließend hatten wir noch Freizeit, so dass wir etwas essen oder auch shoppen gehen konnten.

Am Freitag wurde sich ganz in den Alltag der Franzosen eingebracht. Wir besuchten die Schule und nahmen am Unterricht teil, der ganz anders als bei uns ist. Die Lehrer sind strenger und es wird weniger diskutiert. Auch auf das WC kommt man nur unter Aufsicht. Für viele von uns war es hart, zwischendurch nichts zu essen und nach jeder Stunde auf den Hof zu gehen, denn es gibt keine Klassenräume, sondern nur Lehrerräume, in die man wechseln muss. Interessant waren zwei gemeinsame Stunden Musik, in denen wir mit unseren Austauschpartnern verschiedene Lieder aus Frankreich und Deutschland gesungen haben, u.a. die Nationalhymnen…

Der Freitagabend und auch das Wochenende wurden ganz individuell gestaltet. Viele haben etwas mit ihren Austauschpartnern und deren Familien unternommen, andere haben sich aber auch untereinander getroffen und das Wochenende gemeinsam verbracht. Ausflugsziele waren u.a. Brügge, Gent, Arras, für eine Schülerin sogar Paris, aber auch der Kletterwald oder die Bowlinghalle vor Ort.

Am Montag ging es dann für alle mit dem Bus nach Dunkerque, wo wir das Zentrum und ein Museum besuchten. In diesem Museum wurde an die Evakuierung britischer und französischer Soldaten im Jahre 1940 erinnert, die sogenannte Operation Dynamo, eine Episode in der deutsch-französischen Geschichte, die wir bislang noch nicht kannten. Nach anfangs sehr

nebligem Wetter klarte der Himmel auch später auf, so dass wir am Nachmittag noch den Strand besuchen konnten. Zusammen haben wir Beachvolleyball gespielt und gepicknickt, was uns sehr viel Spaß gemacht hat.

Am Abend hieß es dann nur noch Koffer packen und sich bei den Gastfamilien für den Aufenthalt zu bedanken, bevor es am nächsten Tag mit dem Gepäck noch ein letztes Mal zur Schule ging. Dort nahmen wir nochmals am Unterricht teil. Im gemeinsamen Deutschunterricht arbeiteten wir alle zusammen an dem Thema der Stolpersteine, den pavés de mémoire, die es in Lille, aber auch in Neuss gibt.

Anschließend wurde noch zu Mittag gegessen und dann hieß es auch schon Abschied nehmen, wobei auch ein paar Tränen, vor allem auf Seiten der Jungen, geflossen sind.

Insgesamt war es eine sehr schöne und auch lehrreiche Woche, die wir jeder Französisch-lernenden nur empfehlen können!

 

Einzelne Kommentare:

Die Gastfamilien waren sehr nett und freundlich, sie haben sich sehr bemüht, uns die Woche so angenehm wie möglich zu machen. Sie waren auch sehr entgegenkommend und aufgeschlossen wegen der Sprachbarriere.

Die Ausflüge waren sehr spaßig, aber die Kirchenführung der Notre Dame in Lille hat sich sehr langgezogen, vor allem, weil wir das Französische nicht verstanden und die Franzosen bei der deutschen Übersetzung geredet haben.

Die Freizeit in den Städten war sehr schön, in Lille sogar zu kurz, da die französischen Austauschschüler die Stadtrallye zu ernst genommen haben und wir dann nicht die Läden erkunden konnten.

In Dunkerque war die Freizeit sehr cool und lustig, vor allem, weil wir auch viel mit den französischen Austauschschülern gemacht haben. Auch das Museum war sehr interessant, nur war es schade, dass wir nach der Führung keine Zeit mehr hatten, uns selber umzuschauen.

An den Wochenenden haben wir lustige Aktivitäten gemacht. Es war auch schön, dass sich die Austauschschüler untereinander getroffen haben und wir so in Kontakt geblieben sind.