Ich will euch trösten

„Ich will euch trösten“ – das ist die Kernaussage des Deutschen Requiems von Johannes Brahms. Mit diesem Schlüsselwerk der Romantik hatten sich die Chorleiter Arno Zimmermann und Michael Köhne für dieses Schuljahr eines der herausforderndsten Chorwerke für einen Laienchor ausgesucht. Umso stolzer waren die etwa 100 Sängerinnen und Sänger des Schulchors des Gymnasiums Marienberg, als die letzten Töne des Requiems am 19. Juni 2026 im Neusser Quirinusmünster verklungen waren.
Ein Jahr lang hatten die Schülerinnen, Ehemaligen, LehrerInnen und Eltern in zahlreichen Proben auf diesen Tag hingearbeitet. Unterstützt wurden sie dabei von erfahrenen GastsängerInnen aus einem befreundeten Chor in Düsseldorf und einem eigens für diesen Anlass zusammengestellten Orchester, das wiederum mit etlichen Ehemaligen des Gymnasiums besetzt war. Als Solisten unterstützten den Chor für das Requiem Sabine Schneider (Sopran) und Roman Tsotsalas (Bariton) sowie Martina Zimmermann (Alt) bei der zu Beginn des Konzerts dargebrachten „Alt-Rhapsodie“ – einem ebenfalls von Brahms verfassten Chorstück für Alt und Männerchor, das mit seinem tröstenden, hoffnungsvollen Charakter das Programm thematisch abrundete. Das musikalische Zusammenspiel von Chor, Orchester und Solisten ergriff die MusikerInnen wie auch das Publikum im vollbesetzten Quirinusmünster, das nach einem Moment der Stille in begeisterten Applaus ausbrach.
Nach der erfolgreichen „Uraufführung“ in Neuss wartete aber noch ein weiteres Highlight auf den Chor – am Sonntag, den 21. Juni 2026, wurde das Programm ein zweites Mal zur Aufführung gebracht, dieses Mal im ebenso voll besetzten Altenberger Dom im Bergischen Land, in dem das Stück schon allein aufgrund der anderen Akustik noch einmal ganz anders wirkte als im heimischen Quirinusmünster. Dieses besondere Erlebnis mit Blick auf das wunderschöne Westfenster des Doms setzte den perfekten Schlusspunkt eines besonderen Chorjahres, das den Chor mit der gemeinsamen Erarbeitung eines solch herausfordernden Stückes als Gruppe noch einmal näher zusammengebracht hat. Und so ließen alle Beteiligten den Tag dankbar und stolz bei Kaffee, Waffeln und Kuchen im Café Wißkirchen in Altenberg ausklingen – voller Vorfreude auf das, was da im nächsten Jahr so kommen mag, auch wenn eine Steigerung nur schwer möglich scheint.
Es soll abschließend nicht unerwähnt bleiben, dass mit den eingenommenen Spendengeldern nicht nur die Kosten zur Finanzierung der Konzerte gedeckt werden konnten, sondern auch noch zusätzlich ein hoher dreistelliger Betrag für die Clara-Fey-Hilfe eingenommen wurde.
Stefanie Fraedrich (Chormitglied und Mutter einer ebenfalls im Chor singenden Schülerin aus der Q1)