Nachlese zur Projektwoche zum Projekt „Tierschutz und Katzen“

Ein besonderes Highlight der Projekttage, das leider aufgrund der Hitze zunächst ausfallen musste, wurde jetzt nachgeholt: Dr. Annika Jahn war gerne bereit, als ehemalige Schülerin von Marienberg unseren Projektteilnehmerinnen etwas über das Berufsbild der selbstständigen Tierärztin in ihrer Praxis in Neuss Holzheim zu erzählen. Und sie brachte ihre TFA = Tiermedizinische Fachangestellte Astrid Kaesler-Huck mit, um so auch Schülerinnen, die nach der 10. Klasse abgehen wollen, einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben in diesem Beruf zu geben.
Frau Dr. Jahn sprach über ihre Ausbildung im Studium, ihren Werdegang und ihren Berufsalltag mit ihren Arbeitszeiten und dem, was sie täglich mit ihren tierischen Patienten und deren Haltern erlebt. Sie betonte auch, dass sie an Marienberg das Rüstzeug für ein erfolgreiches Studium bekam, während Mitstudierende vorzeitig abbrachen.
Frau Dr. Jahn kümmert sich in erster Linie um Haustiere, also Kleintiere, ihre „exotischsten“ Patienten seien eine Eule und die Schafe eines Holzheimers gewesen. Unseren Schülerinnen erklärte sie anschaulich, was sie macht, wenn Menschen ihre Tiere schlecht behandeln oder halten. Bei Kleintieren wie Meerschweinchen oder Kanichen versuchte man, die Halter dazu zu bringen, dass sie ihre Tiere z. B. der TFA überlassen, die sie dann weiter pflege. In schlimmen Fällen würde auch Anzeige erstattet gegen die Halter. Frau Dr. Jahn erzählte von Haltern, die ihre Meerschweinchen im Pool schwimmen ließen, weil sie dachten, sie könnten schwimmen, da sie ja „MEER“-Schweinchen heißen und im Wasser Spaß haben, da sie dabei quieken – in Wirklichkeit schrien sie vor Panik zu ertrinken …
Oder sie berichtete über Scottish fold = Faltohrkatzen-Qualzuchten, die aufgrund ihrer Knorpeldeformationen in allen Gelenken immer von klein auf starke Schmerzen haben und daher nicht besonders freundlich sind. Und eben lebenslang Schmerzmittel nehmen müssen, die ihre Lebenserwartung senken.
Natürlich klärte sie auch über die sogenannten“ Vermehrer“ auf, die nur züchten, was gerade modern ist, um maximalen Gewinn zu machen z.B. französische Bulldoggen und eben bei Katzen Scottish fold und Nacktkatzen. Die ahnungslosen Käufer, die sich vor dem Kauf leider nicht informiert haben und die dann mit ihrem Tier in die Praxis kommen, wenn ihr Tier Probleme hat, weinen meist, wenn sie erfahren, dass ihr Tier leidet und dass seine Behandlung sehr teuer ist. Nicht alle können oder wollen die Behandlung bezahlen und dann landen die Tiere im Tierheim oder noch schlimmer werden ausgesetzt.
Ein Ziel unseres Projekts war genau diese Aufklärung unserer Schülerinnen, damit zumindest sie und ihre Familien nicht mehr diese Tiere kaufen und somit den Vermehrern keine Verdienstmöglichkeiten geben.
Sehr interessant war auch die vielfältigen Aufgaben der TFA, die nicht nur in einer Tierarztpraxis arbeiten kann, sondern z.B. auch im Tierheim, in der Tierklinik und im Zoo. Zuletzt luden die beiden Frauen dazu ein, bei Interesse an einem der beiden Berufe doch ein Praktikum bei Tierarzt zu machen und sich sehr frühzeitig darum zu bemühen. Sie bot auch die Möglichkeit an bei Eignung, an festen Tagen in der Praxis ein Praktikum zu machen und in der Praxis Erfahrungen zu machen und zu helfen.
Wir danken Frau Dr. Jahn und Astrid Kaesler-Huck für ihren interessanten lebendigen Vortrag und ihr Vorbild für unsere Schülerinnen.
Uta-Maria Deußen